Goldmäuder

Figuren - Fasnachtsgesellschaft Goldmäuder

 

Viele Figuren der Einsiedler Fasnacht weisen Einflüsse aus dem Elsass, dem Tirol oder gar aus Venedig auf. Die Einflüsse der Pilger aber auch der fahrenden Handwerker früherer Zeit sind spürbar. Doch die Einsiedler schafften es, allen Figuren das unverkennbare Einsiedlerische zu geben.

Die Einsiedler Fasnachtsfiguren sind nicht prunkvoll wie venezianische Masken oder herrschaftlich wie die Schwyzer Figuren. Die Einsiedler waren einfache Leute. Die Larven sind meist aus Pappmachee, die Gewänder aus einfachem Stoff gefertigt oder gar aus alten Kleidern kombiniert (Sühudi). Erst im 16. und 17. Jahrhundert tauchten reichere Figuren mit edleren Stoffen und Holzlarven (Johee, Mummerie, Domino) auf.

Viele Figuren sind für immer verschwunden. Doch es scheint uns sinnvoll, ein paar Figuren vorzustellen, die noch immer an der Fasnacht anzutreffen sind.

 

 

Bajass


Zusammen mit dem Domino gehört der Bajass zu den ältesten Zeugen der Herrenfasnacht. Im Einsiedler Anzeiger werden schon früh (1899) Masken-Garderoben angepriesen: "Vom Billigsten bis zum Feinsten, Dominos in Samt und Seide für Damen und Herren, Ritter, Clown- und Damenkostüme".

Aufmachungsart und neckisch wirbliges Umtun lassen auf eine nahe Verwandtschaft mit dem Possenreißer auf Opern- und Operettenbühnen schließen. Wen er auch nicht mehr so dominierend im Fasnachtsbetrieb auftritt, wie etwa noch vor 100 Jahren, so bereitet seine Betriebsamkeit heute noch viel Freude.

 

Johee


Der Johee tritt in Einsiedeln nur am Fasnachtsdienstag auf. Zusammen mit dem Mummerie und dem Hörelibajass bestreitet er das Brotauswerfen.

Der Ursprung des Namens ist nicht bekannt. Die Figur zeigt einen Sennen im Empirestil. Er stellte einen (breitschultrigen) Sentenbauer dar, der sein Hab und Gut ebenfalls auf den Welschlandfahrten verloren hat. Er besitzt weder Vieh noch Stall und muss sich deshalb die Trichel der Leitkuh selbst umschnallen, kehrt mit dem Tannreisbesen das Heimwesen aus und zieht mit betrübter Miene ausser Landes. Die Bewegungen des Johee sind tänzelnd leicht (hüpfend, nicht tricheln!). Er amt mit kurzem Schlag der Trichel das bedächtige Gehen der Leitkuh nach.
 

 

Kalb

Lange verboten, 1948 kurz in Erscheinung getreten und seit 1991 wieder fester Bestandteil der Einsiedler Fasnacht: Das Kalb

"Diese Masken existieren nachweisbar schon seit dem 8. Jahrhundert und waren lange Zeit verboten", hält das GV Protokoll vom 3. Januar 1948 fest.

"Das Kalb ist eine Maske, die, leider muss man sagen, der Vergangenheit angehört. Möglicherweise steht der Ausdruck "s'Chalb mache" damit in Zusammenhang" schreibt Viktor Kälin 1977. Schon 1899 wurde im Einsiedler Anzeiger ähnliche Schlüsse gezogen: "Am 9. Juli 1696 beklagen sich Ratsherren ab dem Lande, dass, als die Zuger mit Kreuz gekommen*, auf dem Rathaus ein Kalb einen Narrentanz auf dem Trummen aufgespielt, was den Pilgern zu grossem Ärgernis gereicht. Wir haben es hier offenbar mit einer jener Fasnachtslarven in Kalbsgestalt zu tun, gegen die schon das trullanische Konzil 692 einschritt."

Das Rathaus war zu jener Zeit Zeughaus und Tanzdiele. Da dort auch Fasnachtsrequisiten aufbewahrt wurden, muss es einem Einzelnen möglich geworden sein, am Auffahrtstag diesen gar üblen Streich zu spielen. Was lag näher, als nach solch unpassendem Scherz, die Kalbsmaske zu verbieten?

Dank den Mäudern wird seit 1991 das Kalb wieder regelmässig beim Ustrichlä mitgeführt. Die Bekleidung des Kalbes ist bis auf die Larve und das Hübli identisch mit dem Ustrichler. Als Larve wird ein Kalberkopf aus Papmachee getragen. Die Kälber tragen eine kleine Trichel, die sie bei ihren Sprüngen heftig anschlagen.

Meist laufen zwei Kälber der Ustrichlergruppe voraus und nehmen die am Rande stehenden Zuschauer "auf die Hörner", umkreisen sie tänzelnd oder "mached eifach s'Chalb".

*Wallfahrt

 

 

Mummerie

 

Der Mummerie tritt in Einsiedeln nur am Fasnachtsdienstag auf. Zusammen mit dem Johee und dem Hörelibajass bestreitet er das Brotauswerfen.

Über Herkunft und Ursprung dieser Figur ist man sich nicht ganz einig. Das Wort "Mummerie" (Akzent auf dem i) wurde wahrscheinlich vom französischen "mômerie", hinter welchem sich der griechischer Gott Momos --> Gott der Verstellung verbirgt, abgeleitet. Die Figur selber stellt der Überlieferung nach einen ausgepfändeten Rosshändler dar, der sein Vermögen beim Welschlandfahrten (als Welschlandfahrten sind nicht nur Fahrten ins Tessin oder die Romandie sondern auch ins nahegelegene Ausland gemeint) oder zu Hause leichtsinnig verprasste. Ohne Pferde, völlig abgebrannt, "hängt" er sich das Pferdegeröll selbst um, presst den Rossschwanz als letztes Zeichen seines ländlichen Marstalls in die Faust und zieht mit liederlicher Gleichgültigkeit in die Fremde. Der Mummerie tänzelt leichtfüssig und lässt so die vielen Schellen des Gerölls erklingt, als wolle er den fröhlichen Trab und das übermütige Anspringen rassiger Pferde immitieren.

PS: Achten Sie beim nächsten Auswerfen auf die Farbe des Rossschwanzes! Der einzige weisse Schweif wird normalerweise durch den Oberturner (Technischer Leiter) getragen.

 

 

Domino

Der oder das Domino ist eine Figur der Herrenfasnacht, die ähnlich auch in Schwyz anzutreffen ist. Der Duden umschreibt mit "der Domino" einen Maskenmantel. Hierzulande findet man in der Umgangssprache nur „das Domino“. Gemeint ist damit ein weites, langes, Kapuzenkleid, dass sehr wahrscheinlich venezianischen Ursprungs ist und als älteste Figur der Herrenfasnacht gilt.

Das Domino soll einen besseren Herrn darstellen. Das Kleid ist meist aus dunkelfarbigem Samt geschnitten, mit leichtem Goldbesatz verziert. Die Kopfbedeckung bildet eine aufrecht stehende, gestopfte Kapuze mit über die Schultern hängendem, pelzverbrämtem Oberteil. Das ganze Kostüm ist vom selben Stoff und gleicher Farbe. Man trägt dazu eine schwarze, samtene Halblarve mit schwarzem Tüchlein. Meist lugt aus einem Loch eine rauchende Brissago, welche jedoch ein Relikt aus dem ersten Weltkrieg ist, wo zahlreiche Einsiedler Soldaten im Tessin Dienst leisteten. Das Domino raucht also nicht.

 

 

Sühudi

Das Sühudi ist eine sehr beliebte Einsiedler Fasnachtsfigur. Ein Sühudi-Kostüm ist nämlich in praktisch jedem Haushalt vorhanden. Alte aber saubere Kleider werden bunt zusammengestellt. Beliebt sind alte Hüte, Blusen, Röcke und Hosen, ausgediente Militärsachen, Rücken- und Armkörbe. Damen- und Herrenkleider werden oft kombiniert. Ein richtiges Sühudi sucht sich so seine Garderobe selbst zusammen.

Das Gesicht ist mit einer aus Pappmaché selber gefertigten Maske bedeckt. Diese fällt oft durch die riesige Nase oder dem übergrossen Kinn auf. Beulen und Warzen komplettieren eine gute Sühudi-Maske. Auch wenn das Sühudi oft eine etwas schauerliche Gestalt hat, so ist es eine fröhliche und heitere Figur. Während dem Sühudiumzug gehen die Sühudis aktiv auf die Zuschauer zu. Mit verstellter Stimme (die Einsiedler sagen „breugen“) erzählen sie von den Missgeschicken ihrer Mitmenschen. Auch darf dabei die Lokalpolitik nie zu kurz kommen.

Die Sühudi sind zwar nur bis ins 19. Jahrhundert nachweisbar. Es ist gut vorstellbar, dass so das einfache Volk seit je her seinen Fasnachtsspass hatte.

 

 

Fuhrmann

Der Treiber des Tüüfels. Er folgt schwingend mit der Karrengeissel dem Gehörnten.

Der Fuhrmann trägt hohe, grobe Schuhe, feste Lodenhosen, Wadenbinden und eine blaue Fuhrmannsbluse. Um den Hals ein rotes Taschentuch, eine selbst gefertigte, verschmitzt dreinblickende Larve und eine schwarze Zipfelkappe.

Er hilft auch dem Tüüfel aus der Klemme, wenn sich das Kettenende in einem Schachtdeckel verklemmt hat. Auch zwickt er mit der Geisel so manchem kleinen oder großen Kind an die Ohren, wenn diese versuchen dem Tüüfel auf die Kette zu stehen. Heute wird meist die ganze Rott der Tüüfel von zwei, drei Treibern angetrieben. Diese benützen jeweils dann aber die große Geissel.

 

 

Trichler

Als Unikum dürfen wohl die Trichler mit ihren Tricheln auf dem Rücken gelten. Schon mancher machte sich lustig über die Art des Trichelns, wurde aber schnell ruhig, wenn er merkte, dass es gar nicht einfach ist im Takt zu tricheln, erst recht nicht wenn der Chalen (Klöppel) auch oben anschlagen muss.

Sie prägen die Einsiedler Fasnacht und treten schon am Abend von Drei Königen in den nachtdunkeln Strassen in Aktion.

Ohne Larven, in schwarzen Kniehosen, weissen Wollsocken, Hirthemd und rotem Halstuch kommen sie nach dem Abendläuten vom Kloster her die Hauptstrasse hinunter. Wenn sie die grossen und kleineren Tricheln zusammen rhythmisch anschlagen, weiss jeder, dass die Weihnachtszeit jetzt vorbei ist und die Fasnacht beginnt.

Am Schmutzigen Donnerstag, und vor allem aber am Güdelmontag, wird der Tag von den Trichlern ab 4:00 Uhr wieder eingeläutet. Dieses "Itrichlä" geht heutzutage geradezu gesittet einher, wenn man Linus Birchler's Schilderungen liest: "Das Fasnachtseinläuten entspricht dem schwyzerischen Greifeln, ist aber etwas viel wilderes und undisziplinierteres... ein wildes Schellen, Rasseln, Hornen, Brüllen, Toben..... gassauf und gassab, bis in den grauen Morgen hinein... Es ist die wahre wilde Jagd Wotans, die man zu hören glaubt, wenn die Rott um die Häuser zieht."

Für die Trichler bleibt aber kaum Zeit sich zu erholen. Kurz geduscht und verkleidet als echte Sühudi, führen sie den Sühudiumzug hinter Tüüfel und Fuhrmann an. Ebenfalls sind die Trichler am grossen Umzug vom Güdelmontag-Nachmittag mit immer neuen Masken und Larven dabei. Am Schmutzigen Donnerstag und Güdelmontag machen die verschiedenen Gruppen der Fasnachtsgesellschaften so manche Rund durch vollbesetzte Wirtschaften.

Wie die Einsiedler Fasnacht beginnt, hört sie auch auf. Beim Ustrichlä um den Pagat und danach durch das ganze Dorf und manche Wirtschaft zeigt sich, wer genug Kondition für die langen Einsiedler Fasnachtstage hat. So mancher Trichler hatte nach der Fasnacht "grusigä Wädlispanner" oder gar "en Blätz" (wundgescheuerte Stelle im Kreuz, wo die Trichel aufliegt).

Die Trichler gehören, wie die Sühudi und der Tüüfel, zum Frühlings- und Fruchtbarkeitszauber. Ihr Tun gründet in uralten Zeiten, wo man mit Knall, Lärm, Ton und Schall Unholde und böse Geister vertreiben und die Natur zu neuem Wachstum wecken wollte. Das Tricheln ist recht anstrengend, geht aber nicht, wie vielfach angenommen in den Rücken, sondern in die Beine. Unter der Trichel dient ein dünnes Rosshaarkissen dazu, dass es keine Druckstellen am Rücken gibt.

Nicht nur die Trichler werden beansprucht, sondern auch die Trichel selbst.

Meist sind es Froschmaultricheln oder auch hangeschmiedete Prunkstücke mit einem Gewicht von 8-12kg. Durch das kräftige Anschlagen müssen sie aber am oberen und unteren Rand zusätzlich mit einem Blech verstärkt werden. Trotzdem kann es Risse in der Trichel geben, welche zugelötet werden. Mit jedem gelöteten Riss tönt die Trichel besser (tiefer, voller), meinen jedenfalls die Trichler.

Der Gurt ist speziell gefertigt, mit zwei Riemen zum anziehen/festschnallen. Die Trichel muss gut und eng sitzen, damit es keine Schläge und Druckstellen gibt. Da kann es gut vorkommen, dass drei Mannen nötig sind um die Trichel anzuziehen.

Das Tricheln kennt kaum Altersgrenzen. Auch für den Nachwuchs ist gesorgt. Vor der Fasnacht "üben" die Buebätrichler jeweils Mitwochs- und Samstag-Nachmittags. So mancher hat von seinem Götti eine Fasnachtstrichel zum Geburtstag oder auf Weihnachten bekommen.

 

 

 

Hexe

Hexenfigurgen können in den meisten Orten und Städte bestaunt werden. In Einsiedeln steht sie bei den einheimischen Fasnächtlern in Konkurrenz zum Sühudi, so dass sie hier nicht so häufig anzutreffen ist wie in anderen Orten.

Als buckelige, überfeile und runzlige Alte mit geschliffenem, spitzem Mundwerk, ist sie eine ausgesprochene Spottmaske. Sie trägt abgetragene Kleider der älteren Altagsmode (sofern diese nicht schon wieder modern ist). Ihren Ursprung hat sie aber nicht wie früher angenommen in der Zeit der Hexenprozesse. Die Forschung vermutet eher, dass im Mittelalter die Figur des alten Weibes verbreitet war. Eine gewisse Verwandtschaft zu dieser Figur ist sicher vorhanden. Die Hexenfiguren haben ihren Ursprung wahrscheinlich in den Märchen der Gebrüder Grimm. Für die Menschen im Mittelalter waren die Hexenprozesse zu grausam um als Fasnachtssujet herzuhalten.

Mit Besen, Buckel, Überwurf, Holz- oder Pappmachee-Masken, Kopftuch und Katze oder Rabe, so kennt man die Einsiedler Hexen. Keiner ist vor ihnen sicher, aber lustiger Betrieb ist garantiert.

 

 

Tüüfel

Eine eigentümliche Maske, der Tüüfel.

Er ist eine prägende Figur an der Einsiedler Fasnacht. Ein Exemplar war schon an der Weltausstellung in Paris von 1937 und eine Larve steht im Alpinen Museum in Bern.

Jä richtig, chunnt’s i allne z’Sinn

Jetzt tageds is allmählig:

D’Einsiedler macht der Tüüfel erscht

am Güdelmändig sälig!

Begleitet vom Tüüfelsfuermä führt er den Sühudiumzug am Morgen des Güdelmontag an. In neuerer Zeit wird er von vielen kleinen und grossen Tüüfeln begleitet.

Schwarz ist die grosse Larve, mit langen, gleichmässig gebogenen, gegen Ende rot bemalten Hörnern. Die früher übliche Rosshaarperücke als Kopfbedeckung wurde durch ein „Chüngelfell“ verdrängt.

Aus dem aufgerissenen Mund ragen Schweinezähne und eine lange rote Zunge.

Über dem schwarzen „Übergwändli“ trägt er eine Lederschürze (Schmiedeschürze), lederne Gamaschen mit Riemenverschluss (Armeegamaschen) und feste Militär- oder Bergschuhe. Umgürtet ist er mit einer schweren Kette, die 2 bis 3m lang am Boden nachgeschleppt wird. Sie sollte auf keinen Fall glänzend sein, am besten mit leichtem Rost bedeckt.

Die mitgeführte Mistgabel ist vorne mit einem Stück Turpe ( = Heiztorf, heute meist durch ein Holzscheit) geschützt, damit niemand verletzt wird, wenn er mit hastigen Kreuz- und Quersprüngen Schaulustige erschreckt. Überhaupt ist sein Gang eher tänzelnd, mit kleinen Schritten.

Der Tüüfel „breugt“ nicht, sondern gibt nur Urlaute von sich: („Aaaaaahhrg, Oooooouuhh.....“)

Wer schon mal die unzählige Hörner auf sich zu bewegen sah und das lärmige, wilde Getue kennt, erinnert sich jenes Wortes: „Äs isch dr Tüüfel lous!“

Ist der Teufel im erzkatholischen Dorf Einsiedeln, im Schatten des mächtigen Klosters nicht fehl am Platz? Keinesfalls! Zeigt er doch die Verwurzelung der Fasnacht im christlichen Glauben. Vielleicht gerade wegen des Klosters ist eine Figur wie der Teufel entstanden. Sinnbildlich dafür und für den Respekt vor der Kirche, trotz der ausufernend Zeit der Fasnacht, ist vielleicht die Tatsache, dass für alle Fasnachtsfiguren vor der Klosterstiege Schluss ist. Diese Linie wird nie überschritten. In früherer Zeit wartete der Sühudiumzug jeweils an der Stiege auf die Kirchenbesucher.

 

 

Hörelibajass

Der Hörelibajass tritt in Einsiedeln nur am Fasnachtsdienstag auf. Zusammen mit dem Johee und dem Mummerie bestreitet er das Brotauswerfen.

Der Hörelibajass dürfte städtischen Ursprungs sein, er tritt auch später als die anderen Figuren in Erscheinung. Der farbenfrohen Rott voraus ziehen zwei "Süübloutere"-Bajassen. Mit der an einem Stock befestigten Schweinsblase verschaffen sie sich Platz für den Umzug. Ihnen folgen drei Überschlag-Bajassen. Sie tänzeln in neckischem Spiel vor den Mummerien und Joheen. Sie schlagen Räder, machen Überschläge und Handstände. Sie stellen das Volk dar, das die verarmten Bauern und Rosshändler ausspotten. Der Bajass ist in ein ganz in Weiss gehaltenes zweiteiliges loses Kostüm mit Dreieckspitzen an Jacke und Hose, an deren Ende Messingschellchen (Rölleli) angenäht sind, gekleidet. Er trägt eine Narrenlarve mit lustigem Gesichtsausdruck sowie eine weisse Haube mit drei stark gestopften weissen oder roten "Höreli" an denen ebenfalls Rölleli hängen.

 

 

Ustrichler

Seit 1947 gehört das Ustricheln zur Einsiedler Fasnacht und beendet eindrucksvoll den Fasnachtsdienstag. Die Maske des Ustrichlers trat erstmals 1949 in Erscheinung.

Diese Figur trifft man nur am Fasnachtsdienstag am "Ustrichlä" an. Sie wird auch ausschliesslich nur von der Fasnachtsgesellschaft Goldmäuder getragen. Die Ustrichlergruppe umrundet den Pagat nicht, sondern zieht, während der Pagat in den letzten Flammenzungen endet, vom Klosterplatz her die Hauptstrasse hinab.

Die Gruppe wird vom Kalb angeführt und macht noch einige Runden durch das Dorf und die Gaststätten ehe sie kurz vor Mitternacht, ohne Larven, ein letztes Mal die Hauptstrasse heruntertrichelt. Wenn es von der mächtigen Klosterglocke Mitternacht schlägt, verstummen die Tricheln schlagartig, egal wo sie sich befinden.

Markantes Erkennungszeichen des Ustrichlers ist die prächtige Holzlarve. Die Ustrichlerlarven gingen 1957 in den Besitz der Goldmäuder über. Schöpfer des Ustrichlers war der damalige Obermäuder August Gyr. Es heisst, jede Larve stelle einen Einsiedler Charakterkopf dieser Zeit dar.

 

Die Bekleidung des Ustrichler ist gleich wie am Itrichlä von Drei Königen. Weisses Hirthemd, schwarze Hosen und weisse Kniesocken. Einzig die Ustrichlerlarve mit dem Manchesterstoff-Hübli kommt dazu.