Goldmäuder

Larvenkurs - Fasnachtsgesellschaft Goldmäuder

Als richtiges Einsiedler Sühudi macht man sich seine Larve selbst. Doch viele beherrschen diese Kunst nicht mehr. Darum scheint es uns sinnvoll hier eine kleine Anleitung zum fertigen einer Sühudilarve zu geben.

Zuerst muss ein Modell gefertigt werden. Dazu nimmt man eine alte, passende Larve. Klebt Augen und Mund zu. Dann rührt man 3-4kg normalen Baugips, zusammen mit 1 lt. Wasser, in einem alten Kessel oder Büchse an. Wenn er anzieht, wird die Masse in die Larve gegossen. Die Larve wird am besten in einem Becken voll Sand eingebettet.

Es wird empfohlen das ausgiessen vorsichtig zu machen, damit keine Hohlräume entstehen. Das Modell gut austrocknen lassen, mit einem Modell können mehrere hundert Larven gemacht werden.

Das fertige Modell wird mit Melkfett eingerieben, oder mit Klarsichtfolie abgedeckt. In einem Gefäss rührt man ca. 3-4 Liter Kleister, nicht zu dünnflüssig, an. Damit sich die Larve gut vom Modell löst wird die erste Lage Zeitungspapier nur mit Wasser befeuchtet. Danach kommen 2 Lagen Zeitungspapier mit Kleister. Eine Lage Gaze und wieder 2 Lagen Papier. Das Papier wird am besten mit dem Kleisterpinsel angeschmiert und gut angedrückt, damit keine Luftblasen entstehen. Für genügend Festigkeit wir empfohlen im Bereich der Schläfen und oben eine Lage mehr anzukleistern, dort wird später der Gummizug befestigt. Die Papierlagen sind etwa 1 cm über den Modellrand aus zu führen, damit die Larve gut vom Modell gelöst werden kann.

Nun mischt man in den Kleister Bücherstaub, in kleine Fetzchen geschnittenes WC- Papier oder zerhackten Eierkarton. Der entstehende Brei wird gut geknetet.

Diese Masse wird gleichmässig auf die Larve aufgetragen. Für Augen, Mund und Nasenlöcher Aussparungen machen. Es ist dann der Phantasie des Larvenmachers überlassen, die notwendigen Gesichtsstrukturen (Beulen, Geschwüre, überdimensionierte Nase) mit der restlichen Masse auszubilden. Ein Spiegel kann sehr hilfreich sein Grimassen und Gesichtsausdrücke zu modellieren.

Schweineborsten, Kuhzähne, Haare, Pelz oder Hobelspäne geben ihr den letzten Schliff. Dann wird das Ganze im Heizungsraum 2 - 3 Tage ausgetrocknet. Nach dieser Zeit wird die Larve vom Modell genommen und eventuell nochmals getrocknet, meist ist die innerste Lage Papier noch nicht ganz trocken.

Der überschüssige Rand wird mit der Schere oder einem scharfen Messer abgeschnitten, die Augen, Nase und Mund ausgeschnitten und die Oberfläche eventuell mit etwas Kleisterbrei oder Schubimehl verputzt.

Jetzt kann die Larve nach belieben bemalt werden und Pelze, Haare usw. angeleimt werden.

Nicht zu vergessen sind die Schlitze für das 1 - 1.5 cm breiten Gummibands an der Seite und oben an der Larve. Damit sich der Kleister nicht auflöst, das Hudilaufen kann schweisstreibend sein, wird die Larve mit heissem Parafinwachs ausgepinselt.

Sollte die Larve noch irgendwo drücken, oder nicht richtig sitzen, wird sie noch mit Schaumstoff ausgepolstert.

Jetzt bleibt nur noch die Fasnachtskiste im Estrich zu durchstöbern oder das Brockenhaus aufzusuchen und man ist bereit für den Sühudiumzug.