Goldmäuder

Chronik - Fasnachtsgesellschaft Goldmäuder

Wir stellen uns vor

Gründung und erstes Erscheinen

Das Motiv zur Gründung der Goldmäuder Einsiedeln wurde in einem ersten Protokoll aus dem Jahre 1930 wie folgt genannt: "Seit einigen Jahren machte sich bei uns ein gewisser Rückgang des Fasnachtsumtriebes geltend. Jeder Verein stützte sich auf den anderen und so kam es vor, dass es Fasnachtstage gab, wo wirklich wenig geboten wurde". Die Fasnacht wurde zu dieser Zeit nicht von Fasnachtsvereinen getragen sondern von den "normalen" Dorfvereinen. Besonders aktiv waren zu jener Zeit der Männerturnverein und der Turnverein.

Bei einer ersten Zusammenkunft am 2. Februar 1930 im Hotel Krone fanden sich sieben Interessenten ein. Ein paar Tage später, am 7. Februar 1930, wurde eine weitere Sitzung durchgeführt. Die Teilnehmer beschlossen, möglichst mit viel Rücksicht und ohne beleidigend zu werden eine Schnitzelbank zu kreieren. Man wollte niemanden verärgern.

Der erste Auftritt fand am 4. März 1930, einem Fasnachtsdienstag, statt. Insgesamt drei Mal wurde die dafür vorbereitete Schnitzelbank aufgeführt. Diese ersten Auftritte wurden von den Mäudern wie auch von der Bevölkerung sehr gut beurteilt.

 

Gründung und Vereinsname

Erstmals tauchte der Name Goldmäuder am 7. März 1930 im Protokoll der konstituierenden Versammlung auf. Dieser Name steht mit dem Sihlsee eng in Verbindung, dessen Stauung nur wenige Jahre später erfolgte. Das bevorstehende Grossereignis war für Einsiedeln sehr einschneidend und hat die Gemüter offensichtlich sehr bewegt. Im Jahre 1930 stellten sich die ersten Mitglieder vor, wie ein Mäuder (Katzenbock) umherjagt und alles Gold fressen will, bevor das ganze Gebiet in den Fluten versinkt.

Zum ersten Präsidenten, welcher gemäss Statuten damals noch "Mayor" genannt wurde, wählte man Richard Kälin. Am 10 März 1930 fand dann sogleich die erste Generalversammlung statt. Der Verein zählte zu diesem Zeitpunkt bereits 20 Mitglieder.

 

Fasnachtsumzüge

1931 organisierten die Mäuder einen eigenen Fasnachtsumzug. Ein paar Jahre später bringt der Krieg einen Unterbruch aller Aktivitäten. Erst 1948 präsentieren sich die Goldmäuder wieder in einem eigenen Umzug.

Nahmen in den Anfängen lediglich die eigenen Mitglieder an den noch kleinen Umzügen teil, haben sich diese mittlerweile zu Grossanlässen mit rund 1000 Teilnehmern und 50 bis 60 Gruppen entwickelt. Alles ist auf den Beinen! Eine heitere Atmosphäre ist spürbar. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Gruppen und Zuschauer (darunter viele Heimweh-Einsiedler) von weit her anreisen, um an diesem Anlass beizuwohnen. Heute wechseln sich die Goldmäuder und die Bürgerwehr jährlich mit der Organisation des Grossen Wagenumzuges am Güdelmontag ab.

Seit 1956 führen die Mäuder alljährlich am Schmutzigen Donnerstag den Kinderumzug durch. Die Organisation der Kinderfasnacht liegt den Mäudern sehr am Herzen und wurde sogar in den Statuten verankert. Für die zahlreichen kleinen Teilnehmer gibt es als Belohnung fürs Mitlaufen ein Paar Wienerli und ein wärmendes Getränk. Fester Bestandteil wurde das Verbrennen der Katze sowie Ausfahrten mit der Mäuderbahn.

 

Fasnachtszeitung

Die Idee für die Herausgabe einer Fasnachtszeitung tauchte bereits an der ersten Generalversammlung auf. Die erste Fasnachtszeitung, Abäck genannt, erschien im Jahre 1931. Der Abäck ist im Volksmund ein Scheitbock. Die Fasnachtszeitung der Mäuder erscheint alle zwei Jahre in Abwechslung mit dem Zwärchfällschüttler der Bürgerwehr.

Besonders in den ersten Jahrzehnten schienen die Mäuder nicht gerade zimperlich mit ihren Verulkungen zu sein. Schon bald einmal musste man sich gegen Klagen wehren! 1949 durfte eine Schnitzelbank nicht öffentlich gesungen werden. Bald sind auch zwei Prozesse hängig. Im Jahre 1954 wurden gar Protokolle durch das Bezirksamt einverlangt. Auch in den 60er Jahren kann man in den Protokollen von Beschwerden lesen, welche meist gütlich geregelt werden konnten. Fakt ist, dass es so weit in den letzten Jahren nicht mehr gekommen ist. Ertragen die Leute heute mehr, oder ist der Abäck sanfter geworden?

 

Maskenprämierung

Auch Maskenprämierungen wurden bereits ab 1931 veranstaltet. In verschiedener Form, meist draussen, werden Maskenprämierungen bis 1939 vorgenommen. Der Krieg erzwang auch hier eine Pause bis 1946. Nur noch zwei Jahre konnte sich diese Veranstaltung halten. Erst im Jahr 1955 wurden die Mäuder wieder aktiv und initiierten eine "Maskenschau". Nachdem 1960 einem Aufruf nicht eine einzige Anmeldung für die vorgesehene Maskenprämierung einging, beschloss man, darauf vorläufig zu verzichten. Erst mit dem Aufkommen der Maskenbälle wurden Maskenprämierungen wieder zum Thema.

 

Maskenbälle

Im Jahre 1968 fand der erste Maskenball der Goldmäuder Einsiedeln statt. Erstaunlich spät, hatte man doch in den Gründungsjahren diese Idee schon gehabt, jedoch nicht aufgegriffen. Es bürgerte sich ein, dass der Mäuderball immer am letzten Freitag im Januar stattfindet. Jedem Ball wurde ein Motto gewidmet. Heute verzichtet man darauf.

Um den Ball für Maskierte möglichst attraktiv zu gestalten, veranstaltete man bald Maskenprämierungen. Mit weit über 2000 Besuchern ist der Mäuderball heute einer der grössten Fasnachtsbälle in der Zentralschweiz. Der Mäuderball ist für viele Fasnächtler ein Muss geworden und weit über die Bezirks- und Kantonsgrenzen bestens bekannt.

 

Abzeichenverkäufe

Fasnachtsabzeichen berechtigen zum Zuschauen der Fasnachtsumzüge, zeigen jedoch oft auch die Sympathie dem verkaufenden Verein gegenüber. Bereits 1930 berichtet das Protokoll über "Festzeichen, welche in Le Locle bestellt werden müssen". Aus einem späteren Protokoll kann man entnehmen, dass man vorrätige Plaketten habe.

Heute geben die Goldmäuder Einsiedeln im Wechsel mit der Bürgerwehr alle zwei Jahre eine Plakette heraus. Wer jeweils den Grossen Wagenumzug organisiert, verkauft auch die Plakette. Sie sind eine wichtige Einnahmequelle für die Finanzierung der Unkosten. Fasnachtsplaketten wurden in den vergangenen Jahren beliebte Sammelobjekte.

 

Herausgabe eines Fasnachtsführers

Zum 6. Januar erscheint seit einigen Jahren der Einsiedler Fasnachtsführer. Fein säuberlich informiert er über alle Anlässe während der Fasnachtszeit. Diese "Bibel" der Einsiedler Fasnacht wird durch die zahlreichen Inserenten finanziert und an alle Haushalte gratis abgegeben. Inzwischen hat die Auflage 5'000 Exemplare erreicht.

 

Wagenbau

Die Goldmäuder Einsiedeln beteiligten sich seit Gründerzeit aktiv am Umzug. Alljährlich werden in unserem Schopf drei und mehr Fasnachtswagen zu aktuellen Themen gebaut. Der Wagenbau beginnt oft schon lange vor der Fasnacht. Einige Mitglieder sind gar - zumindest mit dem Kopf - das ganze Jahr dabei. Originelle Sujets müssen ja zuerst auch noch gefunden werden! Phantasie und handwerkliche Begabung sind hier gefragt.

 

Der Mäuderschopf

Vor allem für die Mäuderbahn fehlte lange Zeit ein Unterschlupf. Und eines ist klar: An einem für die Mäuder fest reservierten Platz kann man am besten an den Fasnachtswagen arbeiten. Bald einmal konnte durch eine Schenkung in den 60er Jahren ein Schopf errichtet werden. Dieser musste aber einige Jahre später der Erweiterung des Altersheims weichen. Der Bezirk stellte jedoch einen Ersatz im Baurecht zur Verfügung. Durch die Hilfe vieler Gönner und einer Bausteinaktion konnte im Jahre 1988 der neue Mäuderschopf bezogen werden.

Der Mäuderschopf besteht aus einer Werkstatt/Einstellhalle, dem Archivraum, dem Mäuderstübli, einem Bastelraum sowie einem Magazin.

 

Jüngste Vergangenheit

Im Jahre 1993 Jahren erhielten die Goldmäuder Einsiedeln eine neue Fahne. 1995 wurden die Goldmäuder Einsiedeln 65 Jahre alt. Obwohl es sich nicht um ein "klassisches" Jubiläum handelt, wollte man das Erreichen des Pensionsalters dennoch feiern. So lud man die Mitglieder und Delegationen von befreundeten Vereinen zum Apéro ins Chärnähus. Danach ging es zum Dorfzentrum, wo ein Unterhaltungsabend stattfand. Das Programm bestand aus Darbietungen anderer Fasnachtsvereine. Trotz vieler Pannen - man hatte das gesamte Programm nie zusammenhängend proben können - galt der Abend als gelungen.

Die Welttheatergesellschaft führte im Jahre 2000 eine Neufassung des "Grossen Welttheaters" von Calderon auf. Unter dem Namen "das Einsiedler Welttheater" schrieb Thomas Hürlimann eine modernere Version des barocken Theaterstückes. Die Einsiedler Fasnacht wurde Bestandteil der Inszenierung. Kein Wunder, dass sich auch die Mäuder mit einer Gruppe Trichler daran beteiligten. Anfangs war man sehr skeptisch. Dass Maskierte den Klosterplatz betreten, galt und gilt als Tabu. Die Jahreszeit war zudem alles andere als fasnächtlich. Man entschloss sich dennoch nach einigen Diskussionen zur Teilnahme. Wohl mehr, weil man nicht wollte, dass Anfänger diese Aufgabe übernehmen. Auch das Tricheln will gelernt sein! Seit dem Jahr 2002 sind die Mäuder im Internet vertreten. Mit den Seiten www.goldmaeuder.ch und www.maeuderball.ch möchte man interessierte Kreise über unsere Aktivitäten und die Einsiedler Fasnacht informieren.

 

Jubiläum 2005

Im Jahre 2005 konnten die Mäuder ihren 75. Geburtstag feiern. Mit ihrem Buch „Einsiedler Fasnacht" eröffneten die Mäuder das Feierjahr. Das Buch bietet einen umfassenden Überblick über die Geschichte und die Figuren der Einsiedler Fasnacht bis in die heutigen Tage. Ebenso breit werden die zahlreichen Fasnachtsanlässe im Klosterdorf beschrieben. Das Buch kann bei der Buchhandlung Benziger erworben werden.

Der Brauchtumsumzug vom 16. Januar 2005 mit rund 30 befreundeten Gruppen und unter den Augen von rund 10'000 Zuschauern war ein grosser Erfolg. Die eigentliche Feier fand am 5. Februar 2005 mit dem Jubliäumsabend statt. Zusammen mit verschiedenen Fasnachtsgruppen konnte ein interessantes Programm geboten werden.

 

Mäuder auswärts

Die Mäuder sind gern gesehene Gäste bei Umzügen im In- und Ausland. Das „Tricheln" ist eine Eigenart der Einsiedler Fasnacht und stösst auf breites Interesse. Da die Mäuder während der Fasnacht ein enges Programm in Einsiedeln bestreiten und sehr aktiv sind, kann leider nicht jede Einladung angenommen werden. Dies gilt besonders für die „heiligen Tagen" zwischen Schmutzigem Donnerstag und Fasnachts-Dienstag oder am Wochenende des Mäuderballes. Nach Möglichkeit besuchen die Mäuder dennoch zwei bis drei Veranstaltungen ausserhalb des Klosterdorfes. Höhepunkte waren dabei sicher das Sechseläuten in Zürich im Jahr 2003 oder unsere aktive Teilnahme am Cortège der Basler Fasnacht im Jahr 2006. Im Anschluss erhielten wir immer wieder Anfragen für Umzüge in der Schweiz und dem nahen Ausland. So waren wir beim Jubiläum der Narrenzunft in Endingen oder auch beim Narrentreffen in Fridingen anzutreffen. Im November 2011 folgten wir der Einladung von Schweiz Tourismus und liessen unsere typischen Klänge in der Londoner Innenstadt erklingen. Grund hierfür war die Wiedererföffnung des Glockenspiels auf dem Leicester Square. Im Sommer 2012 unterstützten die Goldmäuder Schweiz Tourismus in Frankfurt am Schweizer Strassenfest.