Fasnachtsgesellschaft Goldmäuder Einsiedeln

 

  Bitte wählen:


Fasnachtsgesellschaft
Goldmäuder
Einsiedeln

c/o

Stephan Zürcher
Heidenbühl 4

CH-8840 Einsiedeln

Kontakt / VCard

 


Geschichte

Woher kommt die Einsiedler Fasnacht? Hat das Kloster einen Einfluss? Wie alt ist die Einsiedler Fasnacht?

Viele Fragen die wir zu beantworten versuchen. Die Einsiedler Fasnacht ist alt, aber nicht verstaubt, sondern seit jeher von modernen Einflüssen geprägt.

 

Drei Könige

Ade Weihnachten, willkommen Fasnachtszeit! Und das mit lautem Glockenton.

Am 6. Januar, dem Dreikönigsabend, schwingt ein heimatlicher Klang durch die Waldstatt. Gruppen junger Männer besammeln sich und setzten der Weihnachtszeit ein Ende. Die "Dörflig" (im Dorf wohnende Einsiedler) tragen an breiten Gurten Tricheln auf dem Rücken, die sie im Takt zusammen anschlagen. In jüngerer Zeit gesellt sich auch die „Landbevölkerung“ (aus den Vierteln) hinzu. Diese tragen zwei grossen Tricheln am Joch auf den Schultern. Die Trichler sind unmaskiert und machen diesen und jenen Halt in einer Wirtschaft. Das metallisches Klingen bricht an den Häuserfronten und widerhallt in den engen Gassen.

Meinrad Lienert findet für diesen Abend folgende Worte:
"s'ist ja Chasper, Melk und Balz hüt:
Fasnecht rytet ine, Um im Gluischritt scho wider
tüend d'Nachtschatte schwyne."

An diesem Abend sind die ersten Lokale bereits dekoriert und vereinzelte Hudi wagen sich auf die Strasse. Seit ein paar Jahren treffen sich alle Trichler und Geisselklepfer nach Mitternacht zu einem winterlichen Monsterkonzert der besonderen Art auf dem Dorfzentrumplatz, ehe sich die Gruppen für ihr wohlverdientes z'Nacht zurückziehen. Mit dem Itrichlä beginnt definitiv die Vorbereitungszeit der eigentlichen Fasnachtstage.

Mäuderball

Der Mäuderball ist der erste Höhepunkt der Vorfasnacht! Seit über 40 Jahren erfreut er sich ungebrochener Beliebtheit bei Einheimischen und Auswärtigen. Der Fasnachtsgesellschaft Goldmäuder ist es bis anhin immer gelungen, den Ball der Zeit entsprechend weiter zu entwickeln.

Der Mäuderball blieb dabei immer ein Maskenball. Der Anteil an maskierten Besuchern ist so hoch, dass Unverkleidete auffallen. Dieser Umstand ist auch auf die Maskenprämierung mit einer Preissumme von rund CHF 6'000.00 zurückzuführen.

Der grosse Erfolg des Balles ist auch auf den Passepartout zurückzuführen. Mehrere dekorierte Gaststätten im Unterdorf sorgen für fasnächtliche Stimmung. Im ganzen Unterdorf zirkulieren die zahlreichen Ballbesucher. Das Festzentrum bildet das Dorfzentrum, in dem jeweils eine Party-Band für Stimmung sorgt. Der Besucher hat die Qual der Wahl zwischen acht Gaststätten und Bars.

Mehr Informationen sind unter www.maeuderball.ch erhältlich.

 

Kindermaskenball

Auch grosse Hudis haben einmal klein angefangen, seit über 20 Jahren am besten am Kindermaskenball.

Seit 1983 führen die Hudi 17 einen Maskenball für Kinder durch. Rund 200 Hudis und unzählige weiter Jugendliche und Junggebliebene amüsieren sich alljährlich im Dorfzentrum Einsiedeln Dieser Anlass findet jeweils am Sonntag nach dem Mäuderball statt.

Die Attraktionen sind zahlreich und werden von den Besuchern gerne benutzt: Videos, Clowns, fetzige Musik. Jedes kleine Hudi erhält von den Hudi 17 auch einen feinen Hudiburger.

 

Bürgerwehrball

Der Bürgerwehrball ist der Maskenball der Fasnachtgsgesellschaft Bürgerwehr. Am Freitag nach dem Mäuderball findet dieser Maskenball statt. Er ist kleiner, doch nicht weniger fasnächtlich als der grosse Mäuderball.

 

Schmutziger Donnerstag

Der Schmutzige Donnerstag ist der Fasnachtstag der Kinder. Er wird durch die Buebetrichler der Goldmäuder und die Kindertrichler der Bürgerwehr bereits um 4 Uhr in der Frühe „itrichled“.

In früheren Jahren wurde es nachher bis zum Kinderumzug der Fasnachtsgesellschaft Goldmäuder wieder einige Stunden ruhiger im Dorf. Im Jahre 1984 gelang es jedoch, einen Seniorenumzug zu etablieren. Es handelt sich dabei um einen Sühudiumzug, so wie er am darauf folgenden Güdelmontag in viel grösserer Form stattfinden wird. Dieser Umzug, an dem sich übrigens nicht nur Senioren beteiligen, verdient das Prädikat „klein aber fein“. Im Restaurant Klostergarten findet der Umzug bei fröhlichen musikalischen Klängen ein Ende.

Der Nachmittag gehört wieder gänzlich den Kindern. Seit 1956 findet dann der Kinderumzug statt. Es war für die Goldmäuder nicht einfach, die Obrigkeit davon zu überzeugen, dass auch die Kleinen einen eigenen Fasnachtsanlass brauchen. Nach einiger Überzeugungsarbeit bekamen die Initianten aber grünes Licht für die erste Durchführung.

Anfangs nahmen die meisten Kinder noch gänzlich unorganisiert Teil. In den letzten Jahren präsentierten sich immer mehr Gruppen – vom Kindergarten und der Primarschule über Familiengruppen bis hin zu Quartiervereinen – an diesem Anlass. Rund 1000 Mäschgli nehmen jeweils teil und stellen sich den zahlreichen Besuchern zur Schau. Als Lohn winken ein Paar Wienerli sowie eine heisse Heliomalt. Die Mäuder führen überdies eine Maskenprämierung durch. Die Kinderfasnacht endet mit der Verbrennung der schwarzen Katze.

Beinahe nahtlos geht dieser fröhliche und bunte Tag in einen fasnächtlichen Abend über. Dank dem Tolggächörli und anderen, neueren Formationen überlebte der Brauch der Schnitzelbänke bis in die heutigen Tage. So füllen sich die Gaststätten, in denen die neusten Dicht- und Gesangeskünste mit grosser Spannung erwartet werden. Klar, dass der Schmutzige Donnerstag für viele erst mit dem Morgengrauen des nächsten Tages endet (oder noch später).

 

Güdelmontag

Der Güdelmontag (Rosenmontag) ist der Haupttag der Einsiedler Fasnacht. Von vier Uhr in der Früh bis weit in den Fasnachtsdienstag hinein finden fasnächtliche Aktivitäten statt. Ruhe kehrt kaum ein. Vom urtümlichen Sühudiumzug bis in die modernste Strassenfasnacht mit aktueller Musik ist alles zu finden.

Itrichlä

Seit den Anfängen der Mäuder war es ihnen ein Anliegen, eine gewisse Struktur und Ordnung in das Itrichlä zu bringen. Waren doch nicht nur Trichler unterwegs, sondern Burschen mit Fässern, Trompeten und manch anderem Lärminstrument.

Die Mäuder begannen ein einheitliches Tricheln zu veranstalten. Heute beginnt das Itrichlä Schlag vier Uhr in der Frühe an der Langrütistrasse. Jeder kann mitmachen, wird ihm doch von den Gesellschaften eine Trichel zur Verfügung gestellt.

Sühudiumzug

Dieser, wohl in seiner Art einzigartige Umzug, ist bis zurück in das 19. Jahrhundert nachweisbar. Nach wie vor wird er nicht organisiert. Angeführt vom Tüüfel und Fuehrmä sowie der Trichlergruppe, wurden ganz früher die Kirchgänger nach der morgentlichen "Sühnemesse" an der Kirchenstiege abgeholt.

Heute formiert sich der Sühudiumzug vor dem Dorfzentrum ehe er um neun Uhr die Hauptstrasse in Richtung Kloster loszieht. Köstlich was für Figuren sich zusammenfinden. Eine groteske, aber doch schaurig schöne Schar, die jedem Einheimischen das Herz höher schlagen lässt.

Was während eines langen Jahres an Ungereimtheiten passiert ist, ein gutes Sühudi bringt es an den Tag. Mit ihrem geschliffenem Mundwerk glossieren sie mit verstellter Stimme (der Einsiedler spricht von „breugen“) nach Herzenslust. Es ist schwierig zu erraten, wer sich hinter der Maske verbirgt. Es kann ein Arzt, ein Geschäftsmann, ein Ratsherr oder gar die eigene Tochter sein. Die Teilnahme am Umzug ist nicht beschränkt oder geregelt. Wer ein passendes Thema hat, findet in jedem Haushalt das passende Kostüm. Es gilt lediglich, die modischen Merkwürdigkeiten der vergangnen Jahrzehnte sowie Damen- und Herrenkleider zu kombinieren. Eine selber gefertigte Maske findet sich in jedem echten Einsiedler Haushalt.

Eine kleine Episode zum Sühudiumzug sei noch erwähnt: Für die Einsiedler sind die Fasnachtstage die höchsten "Feiertage" und eigentlich hat man an diesen Tagen frei. Es gab aber eine namhafte Buchdruckerei, die am Güdelmontag die Angestellten arbeiten liess. Da wurde die Route des Sühudiumzuges kurzerhand durch das Fabrikgebäude gelegt. Keine Frage, dass diese Druckerei in Zukunft auch am Güdelmontag geschlossen blieb.

Grosser Wagenumzug

Dieses jüngere Kind der Einsiedler Fasnacht wird jeweils im jährlichen Turnus von den Goldmäudern oder der Bürgerwehr organisiert. Die Organiserende Gesellschaft bringt auch die offizielle Fasnachtsplakette heraus, wobei die andere Gesellschaft für die Fasnachtszeitung verantwortlich ist.

Er lebt nicht von den Traditionen, sondern ist geprägt von modernen Einflüssen. 60 und mehr Nummern nehmen am Umzug teil, als Fussgruppen, Guggenmusiken oder mit einem Fasnachtswagen. In den letzten Jahren wurden die Wagen immer grösser, perfekter und mit Musik- und Lichtanlagen bestückt. Der offizielle Teil des Umzuges ist mit dem Eintreffen des Pagates beim Dorfzentrum fertig. Die Teilnehmer verpflegen sich im Saal des Dorfzentrums ehe sie mit ihrem Wagen weiter durchs Dorf ziehen.

Spätestens nach dem Umzug mischen sich so die Maskierten mit den Zuschauern. Das abendliche Maskentreiben beginnt. Die mit Musikanlagen ausgestatteten Fasnachtswagen sorgen für Unterhaltung auf den Strassen. Der Abend hat eine grosse Anziehungskraft für die gesamte Umgebung entwickelt. In Einsiedeln ist bis in die frühen Morgenstunden Hochbetrieb! Ein langer Einsiedler Fasnachtstag geht zu Ende, aber es ist noch nicht der letzte!

 

 

Fasnachtsdienstag (Güdel-Ziischtig)

Er bringt den uralten Brauch des Brotauswerfens und das Ende der Einsiedler Fasnacht.

Brotauswerfen

Dieser Brauch ist sehr alt. Der Brauch lässt sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Es ist anzunehmen, dass ihm das Almosengeben an Arme und Minderbemittelte zugrunde liegt. Anfang des 19. Jahrhunderts veranstaltet "ein Kreis befreundeter Herren, unter denen sich Behördenmitglieder und Offiziere befanden", diesen Brauch. Um die Zeit von 1880 verschwand der Brauch von der Bildfläche, bis er um 1888 von "jüngeren" Joheen wieder aufgenommen wurde und 1896 unter der politischen Missstimmung erneut nicht durchgeführt wurde. In den Protokollbüchern des Turnvereins Einsiedeln (TVE) , der das Brotauswerfen bis heute durchführt, taucht das Brotauswerfen erstmals 1904 auf. Die Garderobe, Larven und Requisiten wurden vom damaligen Pfauenwirt Karl Gyr an den Vorstand des Turnvereins übergeben, mit der Verpflichtung das altüberlieferte Brauchtum künftig zu pflegen.

Wie überliefert werden seither vom Turnverein am Fasnachtsdienstag von 3 Bühnen (Sternen-, Hecht- und Dorfzentrumplatz) im Dorf fünfmal die Mütschli in die Menge geworfen. So bald die Bajassen, Joheen und Mummerien auf der Bühne stehen, gehen die Hände in die Höhe und es ertönt der Ruf: "I mir eis, i mir eis" und wenn die Mütschli erst fliegen, rauft sich die Menge darum! Es ist schon vorgekommen, dass Fensterscheiben oder Reklamebeleuchtungen zu Bruch gingen. Wenn die Auswerfer die letzten Mütschli in der Hand halten, wird nochmals "gezäukelt".

Für die Kinder, die den Chriesbesen des Johee oder die Süüblouterä der Bajassen halten, wird als Lohn ein Mütschli zurückbehalten. Ebenfalls erhalten die Sackträger zum Dank ein Mütschli. Und während sich die Schar im Restaurant für das nächste Auswerfen stärkt, warten die Kinder bei der nächsten Bäckerei bis sie die Rott wieder abholt und das Schauspiel von neuem beginnt.

 

 


Nächste Anlässe

(Sa) 8 Jul 2017:

Land-Wasser-Plausch

(Fr) 3 Nov 2017:

Generalversammlung 2017

Zu

allen Daten...